Vino

Der Wein hier in der Gegend hat einen bestimmten Namen: Chianti. Diesen Wein gibt es nur in dieser Umgebung und wie er entsteht habe ich mir anschauen dürfen.

Wusstet ihr, dass die Traube, aus der der Wein gewonnen wird, nicht etwa Chianti-Traube heißt, sondern nur der Wein so heißt? Ich hatte ja keine Ahnung, wie speziell die Welt des Weins ist!

Am letzten Sonntag erhielt ich jedoch einen kleinen Einblick, denn wir hatten eine Führung über das Weingut und mir wurde der Herstellungsprozess ein wenig näher gebracht. Als ich aus dem Auto stieg, kroch mir sofort der Geruch von vergorenen Trauben in die Nase. Ich mochte ihn nicht wirklich, denn er war ziemlich streng und eben vergoren. So als würdet ihr nach dem Urlaub merken, dass der Obstkorb vor der Abreise doch noch voll war.
Die Lage des Gutes selber war dagegen wunderschön. Der Sandton des Hauses gefiel mir auf Anhieb und auch der Ausblick in die Berge war klasse.

Hier also wird der Wein verarbeitet. Zunächst trennt man die Trauben von den Stielen und sortiert Blätter und Äste aus. Kämen diese in den Wein, würde er bitter werden. Die nächsten Schritte sind bei Weiß- und Rotwein unterschiedlich. Beim Weißwein trennt man den Saft direkt vom Rest, während das beim Rotwein nicht gemacht wird. Warum das gemacht wird, habe ich leider vergessen, aber vielleicht ist euch schon ´mal aufgefallen, dass Rotwein manchmal nicht ganz so klar ist, wie Weißwein. Das liegt daran. Der Wein kommt dann in Zemetbottiche und verbleibt dort einige Wochen. Dabei werden die Schalen, die oben schwimmen mehrfach am Tag mit der unten schwimmenden Flüssigkeit übergossen. Zum einen, um sie feucht zu halten und zum anderen, weil das Aroma dann besser rausgeholt wird. Das sitzt, wie ich gelernt habe, in der Schale und nicht im Fruchtsaft. Ob es sich beim beschriebenen Prozess um Weißwein oder Rotwein handelt weiß ich nicht genau. Vielleicht wird es auch bei beiden so gehandhabt. Ein weiterer Grund  für das Übergießen ist die Temperatur. Die ist eine sehr delikate Angelegenheit, weil sie über das Gelingen des Weines entscheidet. Die Temperatur steigt beim Gären und muss aber bestenfalls konstant gehalten werden. Ach und Zementbottische werden genommen, weil der Geschmack beim Metall nicht ganz so gut sein soll – obwohl leichter zu reinigen. Ich würde vermutlich nicht einmal einen Unterschied schmecken. Letzlich wird aber bei beiden Weinen die Traube letzlich vom Saft getrennt und der Wein zum Lagern umgefüllt.

Der Wein wird im Keller gelagert, weil die Temperatur dort immer konstant ist. Früher in diesen alten Fässern, heute hat diese Romantik ausgdient.

Der Weinkeller sieht so aus und wird nun andersweitig genutzt.

Mit all diesen Informationen bestückt, ging es dann für mich und zwei andere Mädels mit zur Weinlese. Allerdings erst nach dem Wochenende. Für drei Tage durften wir helfen und es machte riesigen Spaß!

Zwar sagte man uns, dass wenn wir zu viele von den Trauben futtern, wir betrunken werden, aber nach einem Selbstversuch konnte ich nichts dergleichen feststellen 😉 Der süßliche Geschmack der Trauben ist wundervoll und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu Naschen. Der Weinanbau dort ist Bio, also hatte ich keine Bedenken, mich vollzustopfen. Die Arbeit ist vom reinen Ablauf her nicht besonders schwer. Wir haben uns zu zweit pro Reihe aufgestellt und mit einer Schere die Reben abgeschnitten. Im Anschluss werden sie in Kisten gelegt und vom Treker abgeholt.

Am zweiten Tag haben wir es dann an einem anderen Hang so gehandhabt, dass die Reben direkt auf den Anhänger gekippt wurden und wenn diese voll waren, am Weingut ausgeleert und von uns neu befüllt wurden. Es war so heiß, dass ich eine Kappe zum Schutz gegen die Sonne brauchte und viel getrunken habe. Leicht ist die Arbeit nicht und ist trotz all des Spaßes anstrengend. Die Hände waren nach der Arbeit zum Beispiel so verklebt, dass ich das Gefühl hatte, einen Unfall mit dem Klebestift gehabt zu haben. Zum Glück war dieser Kleber wasserlöslich 😉

Der Auspuff dieses Tracktor stieß beim Starten quasie einen ganzen Grillabend an Rauch aus.

Wie ihr seht, habe ich bei der Weißwein Ernte geholfen. Zwischendrinn hingen aber auch ein paar violette Reben, die nicht weniger lecker waren.
Tja, und dann sollte ich heute auch noch helfen, wachte aber mit einem unangenehmen Kratzen im Hals auf. Nach dem Italienisch Kurs war es immer noch nicht besser und so musste ich leider absagen und zu Hause bleiben. Ich habe mich sehr geärgert, dass ich den letzten Tag nicht mit konnte, weil die Weinernte nun vorbei ist und diese Gelegenheit nicht nochmal kommt. Immerhin hatte ich zwei gute Tage.
Vermutlich habe ich mich bei all den anderen Kranken angesteckt, denn es sind einige nicht gesund. Nach ganz viel Tee geht es wieder besser und wahrscheinlich bin ich typischerweise Morgen wieder gesund. Ja das war es auch schon wieder, bis zum nächsten Mittwoch also! 🙂

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Mrs Norris
2 Jahre zuvor

Vielleicht kannst du ja eine Flasche von dem Guten tropfen bekommen und uns schicken damit uns der deliziöse Geschmack nicht vergönnt bleibt. Naja Traubensaft fände ich auch nicht schlecht (-: