So viele Kulturen, funktionert das überhaupt?

Ja klar funktioniert das! Bisher war das Aufeinandertreffen unserer unterschiedlichen Lebensweisen und Gewohnheiten überhaupt kein Problem und hat Spaß gemacht. Es war witzig und hat auch für den ein oder anderen Lacher gesorgt.

In unserer WG sind wir mittlerweile sieben Mädels und alle kommen aus unterschiedlichen Ländern. Okay, die beiden Filipinas nicht , aber weil sie ihre eigene Sprache untereinander nicht verstehen, zählt das vielleicht auch. Tagalo ist zwar die Landessprache der Filipinas, aber sie wird in jeder Stadt, auf jedem Dorf anders gesprochen und ist dabei so unterschiedlich, dass eine Verständigung teilweise nicht möglich ist. Macht aber nichts, denn in ihren Schulen wird ausschließlich auf Englsich unterrichtet und deshalb sprechen die beiden ein hervorragendes Englisch. So kann ich festhalten, dass wir zwar vielleicht nicht alle aus unterschiedlichen Ländern kommen, aber jede eine andere Sprache spricht. Wer aufgespasst hat, weiß dass Anna aus Österreich kommt. Dass sie aber eine andere Sprache als ich spricht, kann ich euch beweisen! Letztens fragte sie, ob wir Germ haben. Ich konnte nur hilflos mit den Schultern zucken. Germ? Ah, Hefe soll das sein! Von Schlagoberst hatte ich schon gehört, aber Palatschinke mit Topfen? Ich war mir sicher, das noch nie gegessen zu haben, bis Anna mir erklärte, dass es sich schlicht und ergreifend um Pfannkuchen mit Quark handelt. Schmeckte übrigens sehr sehr lecker, obwohl es Quark in Italien nicht gibt. Stelle man sich das einmal vor. Mein Marmeladenbrot mit Quark ist nun eins ohne. Die Pfannkuchen haben wir übrigens mit Riccota gegessen. Was soll man machen. Oh, und als ich vor einigen Tagen den Mistkübel ausleeren sollte, musste ich ein wenig schmunzeln. Immerhin übersetzt sie mir sehr geduldig alles Mögliche ins Deutsche.

Um beim Essen zu bleiben. Wir frühstücken sehr europäisch. Normales Brot (Italiens Brotkultur endet beim Toastbrot)  mit Aufstrichen. Immer wieder können wir die Filipinas mit Dingen aus unserer Heimat überraschen, die sie dann toll finden. Brie, bzw. Weichkäse gibt es bei ihnen nicht. Milch auch eher begrenzt. Sie ernähren sich wohl mehr von Milchpulver, aber da weiß ich recht wenig drüber. Ihre Mahlzeiten bestehen, so sagte man mir, in der Regel aus Reis. Reis zum Frühstück. Reis zum Mittagessen. Reis zum Abendessen. Sie finden das meiste, was wir ihnen anbieten super lecker! Ich dagegen musste feststellen, dass ihre mitgebrachten Süßigkeiten vielleicht ein wenig zu süß für meinen Geschmack sind. Kürzlich hat Liz, eine der Filipinas, gefragt, ob ich Honig in meinem Tee haben möchte. Ich bejahte und zwei Esslöffel Honig später…… Wir verbrauchen so ca. ein Glas Honig die Woche.

Interessant ist, dass die Filipinas, ähnlich wie Yosi aus Costa Ria, zu allem Würstchen essen. Sowohl in der Tomatensauce, als auch zum Frühstücksbrot. Für Anna und mich eine vollkommen neue und interessante Erfahrung.

Dass ich die anderen dazu bringen wollte, Vegetarianinen zu werden, hat natürlich nicht funktioniert und sie bieten mir mit einem breiten Grinsen im Gesicht jedes Mal Fleisch an. Auf der anderen Seite fragen sie zu jedem Essen, ob ich auch genug habe und wirklich satt werde.

Endlich vollständig!
Ganz links sitzt Bernadette, dann Josefina, Anna, Nathalya, Letizia  undsere Assestentin, ich, Liz und ganz rechts sitzt Yosi.

Eine andere Sache ist die Größe. Liz, mit der ich mir das Zimmer teile, ist klein. Sie wirkt mega jung, weil wir Europäer diese Größe nicht gewohnt sind. Sie ist 28. ich habe meine WG schon wirklich lieb gewonnen und freue mich jeden Tag darauf, was passiert! Am Mittwoch wurden wir ja um Nathalya aus Brasilien ergänzt und gestern, also am Sonntag ;-), ist Josefina aus Korea angekommen. Wir sind immer super neugierig auf die neuen Leute und freuen und sehr auf alle Weiteren, die kommen. Im Moment sind wir 20 von 26. Heute ist noch eine aus Columbien angekommen, die ist aber in die WB B gekommen. Wir haben insgesammt 3. Unsere ist natürlich die schönste 😉 und größte. Als Kristina und ich ankamen, waren bereits 15 Mädels da und ich habe fünf Tage für alle Namen gebraucht. Ich sehe, zu meiner Verteidigung, auch nicht immer alle. Ich weiß nicht, wie es für die Letzte sein muss. Für mich ist es nun einfach, einen neunen Namen nach dem anderen zu lernen. Teilweise waren die von der Aussprache her auch etwas koplizierter und ich brauchte einige Anläufe, bis ich sie konnte. Meinen nehme ich da nicht aus, der ist für einige eine große Herausforderung. Zum Beispiel für unsere Italienischlehrerin. Ich bin die einzige, die noch ein Namensschild aufstellt…

Wo wir schon einmal beim Italienischunterricht sind… wenn ich ein wenig Zeit für mich brauche, nutze ich den Weg dorthin für mich und gehe alleine. Alles, was wir machen, ist nur 10 Minuten von unserem Zuhause entfernt und super zu Fuß erreichbar. Und ich meine, wer würde bei dieser Aussicht nicht laufen wollen?

Yoselin spricht mehr Spanisch als Englisch und weil wir sie aufgrund dessen manchmal nicht so gut verstehen, bzw. sie uns nicht, reden wir einfaches Englisch mit ihr. Sie versteht jedoch Italienisch gut und wird die Sprache sehr wahrschienlich viel schneller lernen als wir. Die beiden „Neuen“ muss ich erst noch kennenlernen, also es bleibt spannend!

Eben habe ich einer Filipinas aus der WG C erklärt, wie man den Ofen benutzt und was die einzelnen Symbole bedeuten. Genauso werde ich sicherlich auch viele Dinge dazulernen, die ich nicht weiß. darauf freue ich mich schon sehr!

Am Ende kann ich sagen, dass wir trotz all der verschiendenen Kulturen alle Pizza mögen!

Zur Begrüßung sind wir alle zusammen in eine Pizzaria gegangen und haben unser Willkommensmenü genossen!
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mama
2 Jahre zuvor

Danke – aber ist der Mistkübel jetzt auch 1 österreichische „Sache“, oder wo kommt der her? 🙂
ciao- mama

Mrs Norris
2 Jahre zuvor

Die eine heißt ja fast wie ich, dass ich so etwas noch erlebe 🙂

Steffi
2 Jahre zuvor

Hey Cathleen, freut mich, dass es Dir so gut gefällt. Ich bin mir sicher, Du wirst viele Erfahrungen machen und darunter ganz ganz viele tolle. Genieße die Zeit 🙂 .
Ich freue mich von Dir zu hören. Was macht ihr denn so, den ganzen Tag? Lg Steffi