Italien

Lange konnte ich es mir nicht vorstellen, dass ich tatsächlich für 10 Monate nach Italien gehen werde. Vorfreude und Aufregung verspürte ich wenig, weil die Möglichkeit auch sehr kurzfrsitig zustande kam. Okay, heute Morgen war ich richtig aufgeregt. Zwar kein nervliches Wrack, aber eine Sekundenzählerin. Fuhr Mama schnell genug, war der Stau kritisch, lag das Parkhaus zu weit weg vom Terminal?
Wir waren natürlich pünktlich.

An der Gepäckaufgabe erwarteten mich dann schon meine Cousine Jana und Cousin Jonathan, die mich beide auch verabschieden wollten. Ich habe mich riesig gefreut!
Die Kofferaufgabe fraß leider eine ganze Dreiviertelstunde auf und der Abschied musste daher recht zügig verlaufen. Ein Foto schafften wir aber dennoch! Mit Kristina, meiner Mit-Freiwilligen ging es dann schnell zur Sicherheitskontrolle. Ich war ganz froh, dass der Abschied nicht sooo lange war.
Da wir es eilig hatten, wunderte es uns überhaupt nicht, dass jedes unserer Gepäckstücke rausgewunken und auf Drogen getestet wurde. Das war so ein Streifen/Schnelltest. Außerdem hatte ich vergessen, meine Bastelscheren auszupacken, aber die durfte ich behalten. Bei Kristina habe ich keine Ahnung, was bei ihren Gepäckstücken nicht stimmte. Keine Ahnung, was wir falsch gemacht haben.
Endlich ging es dann weiter und schafften es rechtzeitig zum Boarding. Alles lief gut.
Bald darauf brachte uns der Bus zum Flugzeug und wir stiegen ein. Gut, ein wenig Verspätung hatten wir, aber der Pilot erklärte, wir würden das schon herausholen.
Wir rollten auf die Startbahn.
Wir gingen in Startposition.
Die Frau in der Reihe hinter uns bekam einen Panikanfall.
Trotz aller Bemühungen musste sie letztlich aussteigen, weil ihre Platzangst einfach zu groß wurde. Das Flugzeug musste zurück zum Terminal und sie und ihr Freund stiegen aus.
Aber dann ging es los und endlich hoben wir ab. Ciao Deutschland. Ciao Italien.

Kristina und ich redeten den gesamten Flug über alles Mögliche und ich bin auch jetzt im Nachhinein froh, dass wir zu zweit reisten.
Als wir in Pisa dann landeten, hatten wir noch 30 Minuten, bis der Bus abfuhr. Hitze schlug uns zwar nicht entgegen, aber es war schon deutlich wärmer als in Deutschland, wo sich der Herbst langsam einschleicht. Der Anflug an den Flughafen war, mit seiner Kurve übers Meer, spektakulär und hat Spaß gemacht.
Eine Sache gab es aber noch. Eigentlich sollten wir um 12.20 Uhr landen, nun war es aber bereits 13.26 Uhr. 14 Uhr sollte der Bus nach Florenz abfahren. Haben wir sofort abgekarkt. Um 14 Uhr zogen wir dann endlich unsere Koffer vom Band und ließen uns genug Zeit, denn der nächste Bus sollte erst um 15.15 Uhr kommen. Ein Eis war als Entschädigung vollkommen in Ordung und schon war die Zeit verronnen. Mit viel Si und Grazie kaufte ich die Bustickets. Der Bus war schnell gefunden und es folgte eine ruhige Fahrt nach Florenz.
Dass Kristina und ich in Florence am Ticketautomaten etwas versagten und anschließend in die falsche Richtung liefen, erwähne ich lieber nicht. Aber letztendlich wurde der richtige Zug gefunden und jede Menge Sitzplätze mit Koffern, Taschen, Rucksäcken und natprlich uns, belegt. Der Marathon über den von Hitze geplagten Bahnsteig glich einer Tortur und ich bin wirklich froh um den kühlen Zug gewesen.

Der Bahnhof von Florence

In Incisa stiegen endete unsere lange Reise und beim aussteigen halfen  uns junge Männer mit den Koffern. Incisa ist sehr ländlich und der Bahnhof alt und gemütlich. Geschnörkelte Geländer und alte Güterzüge, die irgendwann vergessen wurden.
Kristina und ich wurden auch vergessen, aber nicht für lange. Nach vielleicht zehn Minuten wurden wir herzlichen Empfangen und von fünf Mädels abgeholt. In den Wohnungen selber habe ich einfach jeden kennengemernt, aber konnte mir glaube ich nicht einen Namen merken. Es sind einfach zu viele für den Anfang. Argentinien, USA, Philippinen, Polen und viele mehr! Ich brauche bestimmt eine Woche, bis ich die 15 Mädels auseinaderhalten kann. Insgesamt werden wir letzlich 28 sein, aber es dauert noch ein paar Wochen, bis alle eintreffen. Ich wurde auf jeden Fall sehr freundlich Willkommen geheißen und habe mich sofort wohl gefühlt!


So, nun bin ich aber sehr sehr müde und werde schlafen gehen. Morgen warten schon viele spannende neue Dinge auf mich und ich freue mich darauf, was kommt.

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mama
2 Jahre zuvor

mille grazie e molta unità – noi

Sammy
2 Jahre zuvor

Das klingt doch schön. Freut mich, dass ihr nicht einer der Flieger gewesen seit, die in einer Duko auftausche „Weswegen der Flug X3Y65788 abgestürzt ist ^^
Freu mich schon auf deinen neuen Eintrag.