Aprilwetter im Mai

Der ganze April war mehr oder weniger verregnet und auch jetzt im Mai, wo es doch in Italien warm werden soll und heiß und schön, hängen immer noch graue Wolken über den Bergen und schütteln sich aus. Der Regen scheint nicht aufzuhören und der Sommer scheint mir weeeeiiittttt entfernt. Ich hatte auch irgendwie keine Lust etwas zu schreiben, obwohl so viel passiert ist und vielleicht war das Wetter daran schuld. Besonders motivierend finde ich es auf jeden Fall nicht.

Das letzte spannende Erlebnis war der erste Mai, das große Jugendfestival, zu dem über 1000 Jugendliche gekommen sind. Es war eine Veranstaltung, die den ganzen Tag über ging und voller Musik, Tanz und spannendem Programm war. Es ging zum Beispiel um Jugendliche, die in Florenz Obdachlosen helfen und ihre Erfahrung darüber geteilt haben. Aber es war sehr vielfältig und interessant. Wir Jugendlichen hier haben haben den Tag intensiv mit vorbereitet und am Ende konnte ich die Veranstaltung sehr genießen.

Ich habe geholfen einen „Flashmob vorzubereiten. Drei Wochen lang haben wir Karton ausgeschnitten und mit blauer oder gelber Folie beklebt, für einen Moment. Und dieser Moment hat sich auf jeden Fall gelohnt! Leider habe ich selber keine Fotos von der Vorbereitung gemacht, aber dafür wenigstens eines von dem Moment. Fast alle Menschen im Saal (wir haben 500 von den „Pixeln“ produziert) hatten eines und haben von hinten mit ihrem Taschenlampenlicht das blaue oder gelbe Papier nachgeleuchtet. Auf der Bühne gab es einen kleinen „Tanz“, bei dem einige Bewegungen vorgemacht und kopiert werden konnten. So entstand eine kleine Choreographie, passend zu dem Lied.

Am Wochenende darauf haben wir die WGs gewechselt und ich bin wider umgezogen. Jetzt bin ich wider in der ersten Wohnung, habe den Turm verlassen und lebe nun mit einer Veganerin zusammen. Endlich wird es wohl mehr Gemüse geben! Ich freue mich auch schon darauf, denn ihr Essen wird auf jeden Fall vegetarisch sein und sie kocht gut . Ich liebe gutes Essen! Mein persönliches Rezeptebuch wächst auch stetig, zur Zeit besonders mit asiatischem Essen wie, Pancit und Gimbap. Zuhause werde ich das internationale Essen schon vermissen! Die Hängematte von Zuhause hat auch ihren Platz im neuen Zimmer gefunden und ich habe die Bilder an meiner Lichterkette ausgewechselt.


Außerdem am Wochenende war Annas Geburtstag. Bevor ihr mich und meine Idee nun völlig verrückt haltet, denn das was wir gemacht haben, war verrückt, müsst ihr wissen, dass Anna es ebenfalls ist. Sie liebt unsinnige Dinge ohne jeglichen Sinn und wenn alle dabei Spaß haben, hat sie es besonders! Daher hatte ich mir etwas sehr besonderes überlegt.

Was haben wir eigentlich gemacht? Samstagabend bin ich in Annas Zimmer gegangen, habe ihr Augenbinde und Kopfhörer hingehalten und gesagt: „Wir gehen jetzt los.“ Als sie nichts mehr gesehen und gehört hat, haben wir sie zwischen uns geklemmt und sind mit ihr losgelaufen. Wir wollten zu einem See ganz in der Nähe. Zu Fuß auf normalen Wegen sind das 20 Minuten. Ich wusste aber, dass wenn Anna nicht verstehen soll, wohin wir gehen, müssen wir einen Weg gehen, den wir zuvor noch nie gegangen sind. Allerdings haben ich das aus Zeitgründen zuvor auch nicht. Google sagte, da sei ein Weg, war es nicht. Nicht einen Meter, des 40 Minütigen Weges. Wir sind durch Zäune, riesige Pfützen, Dunkelheit, Wiesen und Matsch gelaufen. Es hatte zwei volle Tage geregnet und ausnahmslos alles war nass. Nach diesem Lauf habe ich meine Socken auswringen. Meine Schuhe haben zwei Tage auf der Heizung gebraucht um zu trocknen und meine Hose war so matschig, dass ich sie sofort in die Wäsche getan habe. Aber zurück zu unserem Abenteuer. Anna machte alles entspannt mit, obwohl sie nichts sah und hörte. Nur die Handylichter gaben uns ein wenig Helligkeit, aber es war stockdunkel. Unsere einzige Orientierung war mein Handy und dennoch haben wir uns verlaufen, weil als ich als Orientierung nach Vorne guckte und nichts als Schwarz sah. Da sind wir ein wenig in die falsche Richtung gelaufen/ auf der falschen Seite vom Fluss und den konnten wir dann nicht mehr überqueren und wir mussten zurück. Letztlich kamen wir an und haben Anna in den See geworfen. Danach hat sie unfassbar gestunken und wir haben ihr eine ganze Menge Decken umgelegt. Natürlich konnte sie auch direkt danach Duschen und wir hatten trockene Wechselklamotten dabei. Im Jungs-Haus gab es noch einen kleinen Kuchen und Schlückchen Wein zum Anstoßen.

Die freie Zeit verbringe ich jetzt mit Malen, denn kaum war die eine Hose fertig, wurden mit drei neue gegeben, die ich nun bemalen „muss“. Das schöne ist, dass ich sehr viel Spaß daran habe und es sehr sehr entspannend ist. Ich bin gerne im Atelier und male dort vor mich hin.

Wegen des vieles Regens sind meine Erdbeeren riesig geworden und langsam werden sie auch endlich endlich rot. Ich freue mich schon darauf, sie endlich naschen zu können. Falls sie mir nicht weg gegessen werden…

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Mrs Norris
1 Jahr zuvor

Das ist gar kein Problem mit dem internationalem Essen man bekommt die Zutaten hier auch freue mich schon😋

mama
1 Jahr zuvor

Liebe Anna,

herzliche Glückwünsche auch von uns –
und:
WIR ENTSCHULDIGEN UNS STELLVERTRETEND –
und:
wollen gar nicht wissen, WESSEN Idee das war ….

aretz family

Gudrun Maxelon
1 Jahr zuvor

Liebe Cathleen, vielen lieben Dank für deine Berichte.
Die Geschichte mit der Nachtwanderung habe ich zwar nicht verstanden (in den See geworfen zum Geburtstag?), aber vllt bin ich zu alt dafür (trotz Pfadfinderherz). Aber die Hosen, besonders die mit dem Kleinen Prinzen sind absolut super!
Ganz liebe Grüße,
Gudrun